Eva Terpeluk und Uni's Black Pearl

Was gibt es schöneres als mit seinem Traumpferd dort, wo man seine Ausbildung zur Pferdewirtin erfolgreich abgelegt hat, den ersten internationalen CCI2* Sieg zu feiern? 

Diesen Traum erfüllte sich am Sonntag die 25jährige Eva Terpeluk bei der Eintagesprüfung auf dem wunderschönen Gelände im Haupt- und Landgestüt Marbach, wo üblicherweise zu Beginn jeder Saison eine wichtige Viersterneprüfung stattfindet. Dank der Initiative der Interessengemeinschaft Vielseitigkeit (IGV) Baden-Württemberg und der Unterstützung des bewährten Teams in Marbach um Turnierleiter sowie IGV-Vorsitzenden Dieter Aldinger sowie der Gestütsleiterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck konnten 48 Reiter aus vier Nationen ihre Pferde in zwei Abteilungen vorstellen.


Eine besondere Beziehung hat die Gewinnerin der zweiten Abteilung und Siegerin in der IGV-Meisterschaft der Reiter Eva Terpeluk (RFV Ehingen) zu dem Gelände auf der schwäbischen Alb, denn hier absolvierte sie von 2014 bis 2016 ihre Ausbildung zur Pferdewirtin: „Marbach ist mein Lieblingsturnier. Ich habe im Gestüt meine Bereiterlehre abgeschlossen, daher treffe ich hier immer viele bekannte Gesichter und da ich hier aus der Umgebung komme, unterstützen uns hier auch immer viele Freunde“ beschreibt Eva Terpeluk das besondere Marbach-Feeling.

Eva Terpeluk und Uni's Black Pearl (Foto: ESVEO photography)

Wenn dazu noch ihre 11j. Trakehnerstute Uni’s Black Pearl (v. Kronprinz/Hohen-stein x Sixtus aus einer Summertime x Hand in Glove xx Mutter) aus einer nicht weit von Marbach entfernten Zucht entstammt, dann kann man wohl berechtigt von einem Sieg der Lokalmatadoren sprechen. In Kraichtal-Godesheim betreiben Tina Starck und ihr Mann Wolfgang Martin eine kleine, aber feine Zucht mit Württemberger und Trakehnerstuten, wobei sie bei der Auswahl der Hengste immer wieder auf Vollbluthengste setzen (https://pferdevomschwalbenrain.hpage.com/willkommen.html).

Wer an Zufälle glaubt, kommt nun wieder ins Grübeln. Denn Uni’s Black Pearl Vater Kronprinz wurde im Haupt- und Landgestüt Marbach geboren, aber eigentlich war es ein noch größerer Zufall, dass ihre Mutter Universa, die Tina Starck bereits verkauft hatte, wieder nach Godesheim zurück kam und tragend von Kronprinz wurde.

 „Ich habe „Uni“ sechsjährig bei Tina und Wolfgang kennengelernt, fand sie toll, aber damals war sie unverkäuflich und sie hatte bereits eine andere Reiterin. Ein Jahr später habe ich mein damaliges Pferd leider durch einen Unfall verloren und danach wollte ich eigentlich mit dem Reiten ganz aufhören. Eine Freundin hat dann bei Tina nachgefragt, was aus „Uni“ geworden ist und als ich erfuhr, dass die Stute wieder in Godesheim war, habe ich Wolfgang keine Ruhe gelassen, weil ich sie unbedingt haben wollte. Unsere erste Saison mit Starts in CCI1* 2017 verlief so, dass ich sie dann noch in diesem Jahr gekauft habe. Uni ist im Umgang ein Engel, egal ob im Training oder auf dem Turnier immer brav und bei uns im Stall das sauberste Pferd. Unser größtes Problem in den Prüfungen ist die Startbox im Gelände, denn da ist sie immer ein wenig übermotiviert“ erzählt Eva Terpeluk.
 
Ein Blick in die Turnierstarts zeigt, dass die Reiterin der „schwarzen Perle“ viel Zeit gelassen hat und es nach Rückschlägen eher wieder Starts in Einsterneprüfungen gab: „Ich habe mir viele Gedanken gemacht und dann den Rat einiger Leute befolgt, es im Gelände mit einem doppelt gebrochenen Dreiringe-Gebiss zu versuchen, was tatsäch-lich sehr gut funktionierte“ erinnert sich Eva Terpeluk.
Ausgerechnet in Marbach gelang den beiden dann im Mai 2019 in einer langen Zwei-sterneprüfung mit dem 11. Platz ein gutes Qualifikationsresultat. Der Start in die Corona-Saison verlief dann international beim CCI2* im niederländischen Kronenberg mit zwei Stopps im Gelände noch steigerungsfähig. Aber nur zwei Wochen später in Arville/Belgien überzeugte das Paar mit dem 7. Platz: „ Das anspruchsvolle Gelände ließ sich schön reiten, allerdings war die Bestzeit dort aufgrund der wenigen Galoppstrecken und schnell aufeinander folgenden Abfragen kaum zu schaffen, da ich sie frühzeitig vor den technischen Kombinationen und Wasserpassagen aus dem Tempo nehmen musste, um sie bei mir zu halten“ beschreibt Eva die ideale Vorbereitung auf das Turnier in Marbach.

Am Sonntag gewannen Eva und Uni die Dressur mit 22,9 Minuspunkten und konnten die Führung trotz eines Abwurfes sowie zwei Zeitfehlern im Parcours knapp verteidigen. „Uns kam das Gelände in Marbach sehr entgegen, da bis einschließlich Hindernis 8 fast nur Einzelsprünge und längere Strecken dazwischen zu bewältigen waren. Da war der erste Dampf schon mal raus und sie hat danach für mich gekämpft“ freute sich die stolze Gewinnerin zu Recht, denn mit 4:59 Minuten blieb das Paar eine Sekunde unter der Bestzeit.

Für Eva Terpeluk, die bereits neun Semester Tiermedizin an der Universität München absolviert hat, sich aber noch nicht beruflich festlegen möchte und erstmal in einer guten Klinik viel lernen will, steht aber eines fest: „Egal, wohin mich der berufliche Weg führt, möchte ich definitiv weiter vielseitig reiten. Das nächste Ziel mit „Uni“ ist die lange Zweisterneprüfung in Varsseveld/NL in zwei Wochen und dann das Herbstturnier in Strzegom/Polen vom 8. bis 11.10.20, wo ich kurzfristig entscheiden werde, in welcher Klasse wir starten werden“.

https://www.equi-score.de/mod_marbach-lauter2020b/result01G_2.pdf









Der Bericht von SWR-Redakteurin Inken Pallas vermittelt einen schönen Einblick in den erfolgreichen Tag.